Finanzielle Beihilfen für Familien (Kindergeld, Elterngeld, Mutterschaftsgeld)

Elterngeld
Mutterschaftsgeld

Kindergeld

Kindergeld ist eine staatliche Zahlung an die Erziehungsberechtigten, die in Abhängigkeit von der Zahl und dem Alter der Kinder geleistet wird. Kindergeld wird mindestens bis zum 18. Lebensjahr gezahlt, alternativ bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres, wenn das Kind sich in der Schul- oder Berufsausbildung beziehungsweise im Studium befindet. Auch ausländische Eltern können unter bestimmten Vorraussetzungen Kindergeld beantragen.

Kindergeld wird in der Regel gezahlt, wenn der Wohnsitz oder gewöhnliche Aufenthalt des Antragstellers in Deutschland ist. Außerdem muss das Kind seinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland oder einem Mitgliedstaat der Europäischen Union haben. Liegt der Wohnsitz des Antragstellers im Ausland, kann der Anspruch auf Kindergeld ausgelöst werden, wenn der Antragsteller in Deutschland unbeschränkt einkommensteuerpflichtig ist, also der Großteil des Einkommens in Deutschland erzielt wird. Unter bestimmten Voraussetzungen kann ein  Anspruch auch dann entstehen, wenn der gewöhnliche Aufenthalt im Ausland liegt, beziehungsweise dort das Einkommen erzielt wird - entsprechende Konstellationen können in der Regel aber erst mit Antragstellung bei der zuständigen Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit geklärt werden.

Die Höhe des monatlich gezahlten Kindergeldes beträgt für das erste und das zweite Kind jeweils 184 EUR, für das dritte Kind 190 EUR und für jedes weitere Kind 215 EUR.
 

Staatsangehörige der EU-Staaten, des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) und der Schweiz:

Bürger aus Mitgliedsstaaten der Europäischen Union, aus Island, Liechtenstein, Norwegen sowie der Schweiz können Kindergeld unabhängig davon erhalten, ob sie eine Niederlassungserlaubnis oder Aufenthaltserlaubnis besitzen.

Staatsangehörige Serbiens, Montenegros, Bosnien-Herzegowinas, Marokkos, Tunesiens und der Türkei:

Aufgrund zwischenstaatlicher Abkommen haben Angehörige dieser Staaten auch ohne Niederlassungserlaubnis oder Aufenthaltserlaubnis Anspruch auf Kindergeld. Dies gilt jedoch nur dann, wenn sie in Deutschland als Arbeitnehmer arbeitslosenversicherungspflichtig beschäftigt sind.

Staatsangehörige aller anderen Nicht-EU-Staaten (Drittstaaten):

Angehörige von Drittstaaten, die sich in Deutschland aufhalten, können nur dann Kindergeld erhalten, wenn sie im Besitz einer gültigen Niederlassungserlaubnis oder einer Aufenthaltserlaubnis zu bestimmten Zwecken sind.
 

Zuständige Behörde:

Agentur für Arbeit Heidelberg
Familienkasse
Czernyring 22/11
69115 Heidelberg
Telefon: 0800 - 4555530
E-Mail: Familienkasse-Heidelberg@arbeitsagentur.de
Fax: 06221 / 524 - 910385

Zur Antragstellung können Sie den Online-Formulardienst der Familienkasse nutzen oder die entsprechenden Formulare herunterladen

Der Antrag auf Kindergeld muss schriftlich gestellt und unterschrieben werden. Ein mündlicher Antrag (z.B. durch einen Telefonanruf) ist nicht möglich. Ausführliche Informationen zum Thema Kindergeld finden Sie im Merkblatt Kindergeld sowie auf den Seiten der Bundesagentur für Arbeit.
 

Elterngeld

Das Elterngeld (nur für Geburten nach dem 31.12.2006) soll einen Einkommenswegfall nach der Geburt des Kindes auffangen. Es beträgt 67% des durchschnittlich nach Abzug von Steuern, Sozialabgaben und Werbungskosten vor der Geburt monatlich verfügbaren laufenden Erwerbseinkommens, höchstens jedoch 1.800 Euro und mindestens 300 Euro. Nichterwerbstätige Eltern erhalten den Mindestbetrag zusätzlich zum bisherigen Familieneinkommen.
Das Elterngeld wird an Vater und Mutter für maximal 14 Monate gezahlt. Beide können den Zeitraum frei untereinander aufteilen. Ein Elternteil kann dabei höchstens 12 Monate für sich in Anspruch nehmen. 2 weitere Monate gibt es, wenn in dieser Zeit Erwerbseinkommen wegfällt und der Partner sich an der Betreuung des Kindes beteiligt. Alleinerziehende, die das Elterngeld zum Ausgleich wegfallenden Erwerbseinkommens beziehen, können aufgrund des fehlenden Partners die vollen 14 Monate Elterngeld in Anspruch nehmen.
 

Anspruch auf Elterngeld haben Mütter und Väter, die

  • ihre Kinder nach der Geburt selbst betreuen und erziehen,
  • nicht mehr als 30 Stunden in der Woche erwerbstätig sind,
  • mit ihren Kindern in einem Haushalt leben und
  • einen Wohnsitz oder ihren gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland haben.
Unter bestimmten Voraussetzungen kann Elterngeld auch im Fall von Auslandstätigkeiten gezahlt werden.
 

Staatsangehöroge der EU-Staaten, des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) und der Schweiz:

Bürger aus Mitgliedsstaaten der Europäischen Union, aus Island, Norwegen, Liechtenstein sowie der Schweiz haben in der Regel dann einen Anspruch auf Elterngeld, wenn sie in Deutschland erwerbstätig sind oder, falls sie nicht erwerbstätig sind, in Deutschland wohnen.

Staatsangehörige von Nicht-EU-Staaten (Drittstaaten):

Angehörige von Drittstaaten haben einen Anspruch auf Elterngeld, wenn ihr Aufenthalt in Deutschland nach der Art ihres Aufenthaltstitels und ihres Zugangs zum Arbeitsmarkt voraussichtlich dauerhaft ist. Wer eine Niederlassungserlaubnis besitzt, erfüllt diese Voraussetzungen ohne Weiteres. Wer eine Aufenthaltserlaubnis besitzt, erfüllt die Anspruchsvoraussetzungen nur dann, wenn sie oder er auch zur Erwerbstätigkeit in Deutschland berechtigt ist oder hier schon gearbeitet hat. Kein Elterngeld erhalten ausländische Eltern, die eine Aufenthaltserlaubnis zum Zweck der Ausbildung oder in Verbindung mit einer Arbeitserlaubnis nur für einen Höchstzeitraum besitzen.
 

Zuständige Behörde:

Landeskreditbank Baden-Württemberg (L-Bank)
Familienförderung
76113 Karlsruhe
Telefon-Hotline: 0800 / 6645471, Montag bis Freitag (8.30 bis 16.00 Uhr)
E-Mail: familienfoerderung@l-bank.de
Fax: 0721 / 150-3191
 

Elterngeld muss schriftlich beantragt werden. Das Antragsformular mit ausführlichen Hinweisen zum Elterngeld und Erläuterungen zum Ausfüllen des Formulars steht als Download (ausfüllbares pdf-Dokument) auf der Homepage der Landeskreditbank Baden-Württemberg zur Verfügung. Antragsformulare sind auch bei den Bürgerämtern der Städte und Gemeinden erhältlich. Den Antrag können Sie entweder dort einreichen oder direkt an die L-Bank schicken.
 

Mutterschaftsgeld

Während der Mutterschutzfristen - in der Regel sechs Wochen vor und acht Wochen nach der Geburt eines Kindes  - erhalten Arbeitnehmerinnen Mutterschaftsgeld. Mütter, die Mitglieder einer gesetzlichen Krankenkasse sind, erhalten bis zu 13 Euro täglich. Arbeitnehmerinnen, die privat oder in einer gesetzlichen Krankenkasse familienversichert sind, erhalten Mutterschaftsgeld insgesamt von maximal 210 Euro vom Bundesversicherungsamt.

Frauen, deren Arbeitsverhältnis während der Schwangerschaft zulässig aufgelöst wurde, erhalten Mutterschaftsgeld von der Krankenkasse. Die Auszahlung dieser Leistungen erfolgt für Mitglieder durch ihre gesetzliche Krankenkasse, in anderen Fällen durch das Bundesversicherungsamt. Einzelheiten können sowohl bei der Krankenkasse als auch beim Bundesversicherungsamt erfragt werden.

Weitere Informationen zum Mutterschaftsgeld sowie die notwendigen Antragsformulare finden Sie auf den Seiten der Mutterschaftsgeldstelle.
 

Zuständige Behörde:

Bundesversicherungsamt
Mutterschaftsgeldstelle
Friedrich-Ebert-Allee 38
53113 Bonn
Telefon-Hotline: 0228 / 619 1888
E-Mail: mutterschaftsgeldstelle@bva.de
Fax: 0228 / 619-1877

 

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Verantwortlich: Team Welcome Centre
Letzte Änderung: 26.10.2016
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