Krankenversicherung

Gesetzliche Krankenversicherung
Private Krankenversicherung
Kurzfristige Aufenthalte bis zu drei Monaten
Stipendiaten und Selbstzahler
Aufenthalt mit Arbeitsvertrag


Eine Krankenversicherung ist in Deutschland obligatorisch, d.h. Sie müssen für sich und Ihre Familie für die gesamte Dauer Ihres Deutschlandaufenthaltes eine Krankenversicherung nachweisen. Die deutschen Ausländerbehörden verlangen deshalb einen ausreichenden Krankenversicherungsschutz für die Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis in Deutschland. Abgedeckt sein muss die medizinische Behandlung bei akuter Krankheit und bei Unfällen. Es empfiehlt sich also bereits vor der Einreise Kontakt mit ihrer Krankenkasse aufzunehmen, die Ihnen schriftlich bestätigen muss, dass sich der Versicherungsschutz auch auf Deutschland erstreckt. Falls das nicht der Fall sein sollte, müssen Sie entweder in Ihrem Heimatland oder in Deutschland eine zusätzliche Versicherung abschließen.

In Deutschland gibt es sowohl gesetzliche, als auch private Krankenversicherungen. Welche Versicherung die passende für Sie ist, hängt davon ab, ob Sie sich nur kurzfristig (max. 90 Tage) in Deutschland aufhalten, ob Sie Stipendiat oder Selbstzahler sind, oder ob Sie einen Arbeitsvertrag haben.
 

Gesetzliche Krankenversicherung

Die gesetzliche Krankenversicherung bietet allen Versicherten unabhängig vom Alter, Geschlecht, Gesundheitszustand und Einkommen weitgehend gesetzlich festgelegte Leistungen: Sie sichert Sie und Ihre Familie im Krankheitsfall ab und kommt für die notwendige medizinische Hilfe auf.

Seit 2015 setzt sich der Beitragssatz zur Krankenversicherung aus einem allgemeinen, festen Bestandteil von 14,6%  sowie einem Zusatzbeitrag zusammen. Jede Krankenkasse kann individuell aufgrund ihrer Finanzlage den Zusatzbeitrag regelmäßig neu bestimmen. Dieser Zusatzbeitrag wird ausschließlich von den Arbeitnehmern bezahlt und richtet sich nach ihrem Einkommen. Der Arbeitgeber übernimmt vom Gesamtbeitrag einen Anteil von 7,3%. Der Gesamtbeitrag beträgt für das Jahr 2016 durchschnittlich 15,7 % (Stand 01.01.2016).

Die gesetzliche Krankenversicherung umfasst auch eine beitragsfreie Familienversicherung. Danach sind Ehe- und eingetragene Lebenspartner sowie Kinder (bis zu bestimmten Altersgrenzen) mitversichert. Voraussetzung ist u.a., dass das Einkommen der Ehe- und Lebenspartner sowie der Kinder höchstens 415 € (2016) monatlich beträgt und sie nicht selbst versichert sind. Für geringfügig Beschäftigte beträgt das zulässige Gesamteinkommen 450 €.

Unterschiede der gesetzlichen Kassen gibt es beim Kundenservice, Zusatzbeiträgen und -leistungen sowie Wahltarifen. Im Gegensatz zu privaten Versicherungen verrechnen die gesetzlichen Krankenkassen anfallende Kosten direkt mit Arzt oder Krankenhaus. Sie müssen dazu lediglich vor der Behandlung Ihre Versichertenkarte vorlegen. Die Wahl der gesetzlichen Krankenversicherung ist frei. Es lohnt sich daher, die Krankenkassenleistungen miteinander zu vergleichen.

Nähere Informationen erhalten Sie auf der Seite des Bundesministeriums für Gesundheit.
 

Private Krankenversicherung

Im Gegensatz zu gesetzlichen Krankenversicherungen können sich die privaten Versicherungsgesellschaften ihre Mitglieder aussuchen, d.h. sie sind nicht verpflichtet, einen Kunden aufzunehmen. Die Versicherungsleistungen sind bei den privaten Versicherungen nicht gesetzlich festgelegt und variieren je nach Versicherungsgesellschaft und -tarif. Die Beiträge (Prämien) der Versicherten errechnen sich nach Alter, Geschlecht, Gesundheitszustand und den gewünschten Versicherungsleistungen bzw. dem gewählten Tarif. Familienmitglieder sind nicht automatisch mitversichert, wie in der gesetzlichen Krankenkasse, sondern müssen sich jeweils separat versichern.

In der privaten Krankenversicherung gilt das sogenannte Kostenerstattungsprinzip: Der Versicherte muss zuerst alle Rechnung für medizinische Leistungen, die er in Anspruch nimmt, selbst bezahlen und die angefallenen Kosten dann mit seiner Krankenversicherung abrechnen.

Ausführliche Informationen erhalten Sie auf der Seite des Bundesministeriums für Gesundheit.
 

Welche Versicherung passt zu mir?

Welche der oben genannten Versicherungen für Sie in Frage kommt, hängt von der Art Ihres Aufenthaltes in Deutschland ab:

Kurzfristige Aufenthalte bis zu drei Monaten

Wissenschaftler aus Ländern außerhalb der Europäischen Union

Wenn Sie als Nicht-EU-Bürger für einen kurzfristigen Forschungsaufenthalt (max. 90 Tage) mit einem Schengen-Visum einreisen, wird in der Regel eine Reisekrankenversicherung für alle Schengen-Staaten mit einer Deckungssumme von mindestens 30.000 € gefordert. Reiseversicherungen umfassen jedoch nur wenige Leistungen. Da sie einen umfangreichen Krankheitsfall, Zahnarztbehandlung  und Vorsorgeuntersuchungen nicht abdecken, sind sie nur für Kurzaufenthalte in Deutschland geeignet.
 

Wissenschaftler aus der Europäischen Union

Wenn Sie aus einem der Länder der Europäischen Union kommen und sich nur vorübergehend in Deutschland aufhalten brauchen Sie lediglich die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC). Sie ermöglicht Ihnen den Zugang zur öffentlichen Gesundheitsversorgung (d.h. Ärzten, Apotheken, Krankenhäusern oder Ambulanzen) und deckt die medizinische Behandlung bei akuter Krankheit und bei Unfällen ab (es werden aber nur die notwendigen medizinischen Leistungen bezahlt!). Wenn Vorerkrankungen vorliegen, sollten Sie sich bereits im Heimatland mit den notwendigen Medikamenten eindecken. Die Europäische Krankenversicherungskarte gilt nicht für gezielte Reisen zur Behandlung einer Krankheit ins Ausland! Es kann sinnvoll sein, zusätzlich eine private Reiseversicherung abzuschließen, um Kosten für medizinische Rücktransporte und eventuelle Differenzkosten zwischen den Leistungen im Heimatland und in Deutschland abzudecken.
 

Stipendiaten und Selbstzahler

Falls Sie in Deutschland ein Stipendium erhalten oder Ihren Aufenthalt selbst bezahlen, müssen Sie in der Regel eine private Krankenversicherung abschließen. Oftmals bietet aber auch der Stipendiengeber eine Krankenversicherung an.

Die Versicherungsstelle des DAAD bietet den ausländischen Stipendiatinnen und Stipendiaten des DAAD sowie nationaler und internationaler Partnerorganisationen (AvH, DKFZ) beispielsweise eine kombinierte Kranken-, Unfall- und Privathaftpflichtversicherung an. Detaillierte Informationen zu den Konditionen und Tarifen sowie Listen der Partnerinstitutionen und Online-Anmeldung sind auf der Seite des DAAD zu finden.

Anbieter privater Krankenversicherungen, die speziell für internationale Gastwissenschaftler Tarife, bzw. Versicherungspakete bereit halten, finden sie hier.
 

Ausnahme bei ausreichender Versicherung im Heimatland

Stipendiat oder Selbstzahler außerhalb der EU

Sollten Sie eine Krankenversicherung in Ihrem Heimatland besitzen, prüfen Sie bitte bereits vor Ihrer Einreise, ob diese Versicherung auch alle anfallenden Arzt- und Krankenhauskosten während Ihres Aufenthaltes in  Deutschland abdeckt. Ihre Versicherungsgesellschaft muss Ihnen dies schriftlich bestätigen. Dies ist bei allen Krankenversicherungen in der Regel nur dann der Fall, wenn zwischen Deutschland und dem Heimatland ein Sozialversicherungsabkommen besteht. Auskünfte erhalten Sie bei den Behörden und Krankenversicherungen in Ihrem Heimatland.

Sofern Sie diese Bestätigung nicht erhalten oder kein Sozialversicherungsabkommen mit Deutschland besteht, müssen Sie eine private Krankenversicherung abschließen.

Stipendiat oder Selbstzahler aus Ländern der EU, EWR und Schweiz

Sofern Sie in Ihrem Heimatland eine gesetzliche Krankenversicherung besitzen, so haben Sie die Möglichkeit sich weiterhin in Ihrem Heimatland zu versichern . Allerdings setzt dies voraus, dass Sie weiterhin bei Ihrer gesetzlichen Krankenkasse im Heimatland gemeldet sind und dort Beiträge bezahlen. Bitte klären Sie im Voraus mit Ihrer heimischen Krankenkasse, welche Leistungen erstattet werden und lassen Sie sich dies schriftlich bestätigen. Bei geplanten Krankenhausleistungen ist eine vorherige Genehmigung Ihrer Krankenkasse notwendig.

Eventuell können Sie sich auch freiwillig in der deutschen gesetzlichen Krankenkasse zu versichern, wenn Ihnen ihre heimische gesetzliche Krankenkasse ausreichende Vorversicherungszeiten (Formular S1 oder E 104) bestätigen kann. Erkundigen Sie sich bitte bei Ihrer Krankenkasse.

Bitte beachten Sie, dass die Europäische Krankenversicherungskarte nur eingeschränkt gilt und die ausländischen Versicherungen nicht immer alle hier anfallenden Kosten übernehmen.
 

Aufenthalt mit Arbeitsvertrag

Wissenschaftler aus Ländern außerhalb der Europäischen Union

Als Arbeitnehmer, d.h. wenn Sie einen Arbeitsvertrag z.B. mit der Universität abgeschlossen haben und Ihr regelmäßiger Brutto-Arbeitsverdienst mehr als 450 € monatlich beträgt, sind Sie automatisch pflichtversichert und haben Anspruch auf die gesetzliche Krankenversicherung.

Nur wenn ihr regelmäßiges Jahreseinkommen die geltende Jahresarbeitsentgeltgrenze übersteigt (2016: 56.250 €), genießen Sie sogenannte Versicherungsfreiheit und können eine private Krankenversicherung abschließen oder sich freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung versichern. Eine Liste privater Krankenversicherungsanbieter finden auf den Seiten des Verbands der privaten Krankenversicherung e.V.

Sie haben Fragen oder benötigen weitere Informationen zum Thema Krankenversicherung? Wir helfen Ihnen gerne weiter!

 

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Verantwortlich: Team Welcome Centre
Letzte Änderung: 21.11.2016
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